Mittwoch, 5. Juni 2024

Black is Beautiful: Ein schwarzer Prinz

"Prinz, vertraue dem Licht!" Gouache, A3, 2.-4.6.2024
 

Woke ist gut gemeint

Der Mohr am Hof eines Fürsten, Königs, auch als Diener von königlichen Mätressen ist ein Inbegriff von Menschenrechtsverletzung. Sie waren "Lustobjekte", was überwiegend nicht sexuell gemeint ist, sondern sie waren unfreie Bedienstete, oft schon als Kinder, was ihre Niedlichkeit in eine Kategorie stellt mit der Rührung, die man für junge Katzen oder Hundewelpen empfindet. Sie waren Kammerdiener, sicher auch in einer gewissen intimen Nähe, könnten Dienste beim Baden und Frisieren geleistet haben. Sie hatten sogar in engem Rahmen Aufstiegschancen wie der Mohr der Madame du Barry, der Geliebten des Königs von Frankreich.
Der "Sarotti-Mohr" ist eine Spiegelung dieses Phänomens. Inzwischen setzt man sich kritisch damit auseinander, was Darstellungen und Benennungen heute aussagen. Hierbei tappt die doch so verdienstvolle woke Bewegung aber mal wieder in die Falle, die äußeren Anzeichen für das ganze Problem zu halten. Darum ist der Sarotti-Mohr nun ein Sarotti-Blassschnut geworden, als sei nicht mehr Schokolade, sondern Käse in den Packungen. 

Die Lösung -- meine ich

Das hate ich für eine fatale Entwicklung. Ich möchte den Schokoladen-Mogulen zurufen: "Ihr mögt wohl keine Schwarzen? Halt! Nicht verbannen! Feiern!"
Mir kommt der Verdacht, dass die berechtigte Kritik an den summarischen und sogar entstellenden Bildern der Vergangenheit eins vergisst: Anstatt Bilder zu bannen, sollte man sich fragen, warum man sie für hässlich hält. Sind wir immer noch nicht in der Lage, aus ganzem Herzen zu sagen: "BLACK IS BEAUTIFUL"?
Darum male ich schwarze Könige. Es gibt eine Fülle von Darstellungen aus neuerer Zeit, die die Schönheit der schwarzen Menschen feiern. Meistens sind sie -- auch wohl mit Hilfe von KI -- sehr aufwendig gemalt, hart am Kitsch. Sie berücksichtigen nicht die afrikanische Ästetik und die Farbigkeit der von dort stammenden Textilien. Das aber ist mein Anliegen.

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